Neues aus der Nachbarschaft

Willkommen in der Nachbarschaft: Künstlerin Teena Leitow

Christina Leitow alias Teena arbeitet als Künstlerin mit Dingen, die im Altpaier landen. Die Schwerpunkt-Themen der  Kulturwissenschaftlerin sind Nachhaltigkeit, Kunst, Kultur und Medien. Ich finde Teena passt ganz wunderbar in die Nachbarschaft. Im Interview erfahrt ihr mehr zu ihren Themen und ihrer Kunst.

Liebe Teena, stell dich doch kurz der Nachbarschaft vor…

Hallo Nachbarn, ich bin freie Künstlerin und Kulturwissenschaftlerin. Bevor ich mich 2010 selbstständig gemacht habe, hatte ich 12 Jahre lang in verschiedenen Funktionen in den Bereichen Presse- und Öffentlichkeitsarbeit/Kommunikation und Projektleitung für den Verlag Gruner + Jahr in Hamburg gearbeitet. Kommunikation, Kultur, Kunst, Nachhaltigkeit/Wertschätzung sind meine großen Themen. Ich bin sehr froh darüber, all dieses in meinen freiberuflichen Tätigkeiten miteinander verbinden zu können.

Was sind deine Hauptthemen als Künstlerin?

Gesellschaftliche Entwicklungen, Trends und Gegentrends, die Werbung als Spiegel der Gesellschaft und die Frage „Was ist Heimat in einer globalisierten Welt?“ beschäftigen mich sehr. Vom Begriff „Heimat“ ist es dann auch nicht weit zur „Nachbarschaft“…

 Du arbeitest auch mit recycelten Materialien, warum?

Ich arbeite mit allem, was normalerweise im Altpapier landet. Magazine, Zeitungen, Broschüren, Flyer… – aber auch alte Oblaten, Briefmarken, und kleine Fundstücke vom Flohmarkt. Für mich sind das spannende Zeitdokumente, die ich in ganz neue Zusammenhänge füge. Meistens mit Humor und/oder auch zeitkritisch.

Was inspiriert deine künstlerische Arbeit?

Mich inspirieren das tägliche Leben mit all seinen Höhen und Tiefen – und meine Reisen. Überall finde ich Material, das mich zu neuen Themen beflügelt. Manchmal suche ich auch gezielt nach bestimmten Dingen, aber meistens kommen sie einfach zu mir, wenn es an der Zeit ist – die Ideen und Bilder im Kopf entstehen, bevor ich sie dann als Collage auf Leinwand umsetze.

Inwieweit spielt Kunst für dich auch eine soziale oder gesellschaftliche Rolle?

„Kunst soll etwas anderes tun, als im Museum auf dem Hintern zu sitzen,“ meint Claes Oldenburg.

So sehe ich das auch. Natürlich ist es auch wichtig, große Kunstmuseen zu haben, Kunstschätze zu bewahren, aber zeitgenössische Kunst muss unbedingt auch raus in die Gesellschaft, mitten hinein ins Leben. Kunst und Kultur sind für mich Lebensmittel, geistige und Herzens-Nahrung, ohne die ich nicht sein könnte.

Kunst ist immer auch (nonverbale) Kommunikation, wenn ein Werk seinen Betrachter erreicht. Kunst kann tief berühren oder auch aufrütteln und direkt oder subtil auf gesellschaftliche Missstände hinweisen. Ich selbst mag nicht gern über meine eigenen Werke reden, das tun sie hoffentlich selbst. Da halte ich es dann gern auch mal mit Goethe: „Kunst ist eine Vermittlerin des Unaussprechlichen, darum scheint es eine Torheit, sie wieder durch Worte vermitteln zu wollen.“

Welche Künstler/Kunstformen schätzt du selbst?

Ich schaue mir überall, wo ich bin, Ausstellungen an. Besonders gern entdecke ich noch unbekannte Künstler… Ansonsten bin ich seit Studienzeiten fasziniert von den großen Pop- und Kitsch-Art-Künstlern. In meiner Magisterarbeit habe ich mich intensiv auseinandergesetzt mit der Bedeutung von Kitsch in der Kunst des 20. Jahrhunderts. 1995 hatten Paul Mc Carthy und Mike Kelly eine gemeinsame Ausstellung im Kunstverein Hamburg. Ich habe damals viele Stunden in dieser spektakulären Ausstellung verbracht. Das Spannungsfeld von so genannter Hoch-, Alltagskultur und Mediengesellschaft interessiert mich immer noch sehr.

Was sind deine nächsten Projekte?

Meine nächste Ausstellung „home is where the heart is“ wird vom 8. April bis 17. Mai im Jungen Hotel Hamburg gezeigt. Im Mai nehme ich Teil an einer Gruppenausstellung vom Kunstnetz Jesteburg im Heimathaus Jesteburg. Ende August stelle ich im Rahmen der Kunstwoche Jesteburg im Café Mokkasin aus. Und am 13. September wird meine Ausstellung „Das wilde Leben“ bei den Weingaleristen in Hamburg eröffnet.

 Möchtest du der Nachbarschaft noch etwas mitteilen?

Ich finde Eure Idee einfach richtig gut und inspirierend, macht bitte weiter so!Gute Nachbarschaft ist ganz wesentlich. Selber machen, sich gegenseitig helfen, wirklich da sein, wo man gerade ist, lebt oder arbeitet.

Danke für das Interview!

Mehr zu Teena auf kokuku.wordpress.com

 

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