Neues aus der Nachbarschaft

Zusammen ernten: Solidarische Landwirtschaft

Seit ich das erste mal davon hörte, bin ich begeistert. Solidarische Landwirtschaft. Was das heisst? Menschen schließen sich mit einem Landwirt zu einer Gemeinschaft zusammen, teilen die Ernte und fördern so eine  ökologische und nachhaltige Landwirtschaft.

Ein weltweit erfolgreiches Konzept

Durch den Zusammenschluss haben die Beteiligten Zugang zu regionalen, saisonalen ökologisch erzeugten Lebensmitteln und der Landwirt hat einen sicheren und überschaubaren Markt für seine Erzeugnisse. Das Konzept entstand in den 1960er Jahren in Japan. Heute sind  dort etwa ein Viertel der Haushalte an einem sogenannten  „Teikei“  beteiligt. Auch in den  USA entwickelte sich die dort Community-supported agriculture (CSA) genannte Art der Landwirtschaft.  Seit 1985 bestehen dort CSA-Gemeinschaften mit etwa 1500 Gruppen. In der Schweiz besteht seit 1978 um Beispiel die Kooperative Les jardins de Cocagen und auch In Österreich gibt es über 20 Initiativen.

SOLAWI NORDHEIDE

Auch hierzulande wird diese Art des Wirtschaftens immer beliebter. Ein Beispiel einer solchen Wirtschaftsform ist die SOLAWI Nordheide. Sie arbeitet mit dem BioHof Quellen in Wistedt, dem Arpshof in Dierstorf und dem Meilsener Pflanzenhof in Buchholz zusammen. Gemeinsam werden Gemüse und Obst angebaut und gepflegt. Die Ernte wird einmal pro Woche  Verteilerstationen in Wohnortnähe geliefert und dort von den Mitgliedern abgeholt. Die Gemeinschaft trägt alle Kosten und Risiken, die bei Anbau, Pflege und Ernte entstehen und vor  Beginn des Wirtschaftsjahres wird in Absprache mit den Landwirten festgelegt, was angebaut werden soll. Die Mitglieder können aber müssen nicht  auf dem Acker helfen. Laut Webseite  arbeiten bei der SOLAWI Nordheide  ca. 20% der Mitglieder aktiv mit.

Vorteile der solidarischen Landwirtschaft

Die Vorteile dieser Wirtschaftsweise liegen auf der Hand und werden von der SOLAWI Nordseite treffend zusammengefasst:

  • Die biologischen Anbaumethoden erhalten und  verbessern die Fruchtbarkeit des Bodens. Es wird  auf Pestizide und Kunstdünger verzichtet
  • Die Anbauflächen werden durch die Anlage von Hecken und Blühstreifen vor Erosion geschützt und so wird auch ein Lebensraum für Nützlinge geboten. Gemüsereste werden kompostiert und als Dünger verwendet.
  • Die Transportwege der Ernten zu den Verteilerstationen sind kurz. So wird das  Klima geschützt und die Produkte sind erntefrisch.

Und nicht nur für die Umwelt ist die SOLAWI vorteilhaft, auch die Landwirte und die Mitglieder der Gemeinschaft profitieren:

  • Die Solawi-Mitglieder bilden zusammen mit dem landwirtschaftlichen Betrieb einen Wirtschaftskreislauf. Es  gibt keinen Zwischenhandel und der landwirtschaftliche Betrieb bekommt Planungssicherheit, minimiert sein wirtschaftliches Risiko und erhält so auch Freiräume für neue Formen des Anbaus.
  • Die Mitglieder der Solari  erhalten frische, saisonale und regionale Produkte . Durch die Mithilfe bei der  Bewirtschaftung ist es zudem möglich,  Erfahrungen über gesunde Lebensmittel, Bodenpflege und Lebensmittelanbau zu sammeln.

„Durch dieses Verfahren sichern wir eine Zukunft der nachhaltigen Landwirtschaft in unserer Region, und vertiefen unsere Beziehung, sowie die Beziehungen unserer Familien und Freunde zur Quelle unserer Lebensmittel.“ (SOLAWI NORDHEIDE)

In Hamburg Wilhelmsburg entsteht mit Miniutopia übrigens zur zeit eine solche SOLAWI. Mehr Infos dazu in diesem Post.

Mehr Infos:

www.solidarische-landwirtschaft.org

www.solawi-nordheide.de

 

Foto: SOLAWI NORDHEIDE

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